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Edelsteine aus zweiter Hand

Corona macht DJs arbeitslos. Einer von ihnen macht deshalb jetzt in Second Hand

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Trans Second Hand Laden heißt Gems und liegt auf dem Kaßberg

Auf dem Kaßberg entlässt ein Laden Kleidung in ein zweites Leben – sein Schwerpunkt: coole Klamotten und Sports- und Streetwear. Was genau cool ist, entscheidet der Bach Tran aus dem Bauch heraus.

Not, oder in diesem Fall Corona, macht erfinderisch. Das stellt Bach Tran derzeit unter Beweis. Der 24-Jährige unterhält mit seinen Sets als DJ KarmaXutra normalerweise die Chemnitzer Clubszene – doch diese ist virusbedingt derzeit auf Eis gelegt. „Als feststand, dass ich bis September nicht mehr als DJ arbeiten kann, musste ich mir etwas überlegen“, sagt Tran. Er wechselte also kurzerhand sein Metier und eröffnet nun einen Laden für Second Hand Mode auf dem Kaßberg. „Mode hat mich schon immer interessiert“, erklärt er. Außerdem habe er vor den Corona-Einschränkungen eine Weile in Berlin gewohnt und habe dort die Modekultur der Hauptstadt erleben können.

Dort gibt es nämlich eine Vielzahl von ganz spezifischen Second-Hand-Shops, der Wiederverkauf von Kleidung mit Geschichte ist nicht nur dort modern. Etwas von diesem Gefühl möchte der Kreative nun auch auf den Kaßberg bringen. „Gems“, was aus dem Englischen stammt und „Edelsteine“ bedeutet, heißt der Laden. Und der Name soll Programm sein. „Die Besucher sollen hier kleine Schätze finden können“, so Tran. Aktueller Schwerpunkt: Street- und Sportswear, viele Teile bekannter Marken. Aber auch alte Fanshirts aus den 90ern, Sonnenbrillen, Turnschuhe und vieles mehr, was vor allem junge Modeherzen begehren. Um sein Repertoire stetig zu erweitern, nimmt Bach Tran auch weitere Stücke an, kauft sie ab und tauscht sie gegen vorhandene Stücke. Besondere Präferenzen hat er dabei nicht. „Was cool ist“, danach will er entscheiden – aus dem Bauch heraus.

Dieses Bauchgefühl schlägt sich auch im aktuellen Bestand wieder, viele hippe Teile, mehr Männer- als Frauenmode. Aber schlimm ist das laut Tran nicht, „schließlich sind viele Kleidungsstücke die die Jugend heute trägt, sowieso unisex“, erklärt er. Wichtig sei ihm der Aspekt der Nachhaltigkeit, dass Mode nicht nur für wenige Tragemomente geschaffen wird, sondern Teil eines Verwertungskreislaufs wird. „Gems“ wird künftig an Wochentagen von 13 bis 19 Uhr geöffnet. Weitere Informationen finden sich bei Facebook und Instagram.

Text: Sarah Hofmann Foto: Michael Chlebusch

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