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Jetzt, wo die Kulturhauptstadt durch ist und die Stadt wieder zu ihrem Normalpuls zurückfindet, wird es Zeit für eine Erinnerung: Chemnitz kann auch ohne Großereignis richtig was. Darum servieren wir euch hier acht Orte, die schon vor dem KuHa-Trubel existierten. Treu, zuverlässig und viel zu oft übersehen.
Wer schon immer mal wissen wollte, wie sich ein Kühlschrank aus dem 16. Jahrhundert anfühlt, sollte dringend in die Gewölbegänge des Kaßberges abtauchen. Von Führungen durch den Untergrund, über Kabarett und Livemusik bis hin zu privaten Feiern wird hier alles geboten, was in ein Gewölbe eben so reinpasst. Und für Gruppen ab zehn Personen gibt es sogar Bier- und Weinverkostungen - quasi ein historisches Afterwork-Event.
Für alle, die beim Wort Abtauchen nicht an Wellness denken, sind die Felsendome Rabenstein genau das Richtige. Hier wird Höhlentauchen mitten in Chemnitz einfach mal ganz selbstverständlich angeboten. Wer außerdem schon immer mal 700 Meter lang durch schimmernde Bergseen, märchenhafte Säle und Dome wandern wollte, bekommt hier seine Chance. Indiana Jones hätte es geliebt.
Wasserwerkspark
Dort, wo sich Zwönitz und Würschnitz „Guten Tag“ sagen, findet man ein echtes Naturparadies mitten in der Stadt. Die Rede ist selbstverständlich vom Wasserwerkspark. Das Naturschutzgebiet ist perfekt für Fahrradtouren, Wanderungen oder einfach einen gemütlichen Spaziergang. Früher wurde hier übrigens das Trinkwasser der Stadt gewonnen, heute gibt es statt Wasserentnahme einfach jede Menge Ruhe, Grün und Tierbeobachtungen.
Wer dachte, Chemnitz hätte nur Industriekultur zu bieten, hat eindeutig noch keinen dieser flauschigen Vierbeiner getroffen. Denn sowohl im Chemnitztal als auch in Lichtenwalde warten Alpakas darauf, deinen Tag schlagartig 300% besser zu machen. Entscheiden könnt ihr euch zwischen Alpaka-Zeit auf der Weide, einem gemeinsamen Spaziergang, einem Fotoshooting und vielem mehr. Und wer sich Hals über Kopf in die mit Perwoll gewaschenen Wesen verliebt hat, kann im Chemnitztal gleich in eine der Ferienwohnungen ziehen.
Wer denkt, er kennt seine Umgebung in- und auswendig, hat noch nie versucht, sich komplett im Dunkeln zu orientieren. Ich stoße mir ja schon den Zeh an, wenn ich nachts die Toilette suche. Im Sinnreich erkundet ihr eure Umgebung mit allen anderen Sinnen, nur die Augen bleiben außen vor. Ein Besuch hier ist nicht einfach nur ein Ausflug. Es ist ein Perspektivwechsel, verpackt in absolute Schwärze. Und wer danach wieder ins Licht tritt, hat eine leise Ahnung davon, wie laut die Welt eigentlich sein kann.
Bauspielplatz Sonnenberg
Wer wissen will, wo in Chemnitz kleine Genies und Mini-Handwerker entstehen, sollte unbedingt einen Abstecher zum Bauspielplatz machen (oder eher eure Kinder hinschicken). Unter pädagogischer Anleitung dürfen Kinder genau das tun, was meistens verboten ist, und zwar richtig: mit Hammer, Zange und Säge.
Und wem das jetzt zu konkret war, kann ja einfach mal in sich gehen und überlegen: Wann war eigentlich der letzte Tanzkurs? Oder der letzte Escape Room, der letzte Mittelaltermarkt? Chemnitz hat genug Möglichkeiten, man muss sie nur nutzen.
Text: Paula Thomsen | Foto: Alpakas im Chemnitztal