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Rückenwind statt Gegenwind

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Den Lenker ihres Fahrrades fest im Griff, der Blick aufmerksam nach vorn gerichtet, die Füße auf den Pedalen und ein leises Summen, was die sportliche Aktivität der jungen Menschen begleitet. Statt eines Sonntagsausfluges dreht sich der Dynamo hier allerdings um Kino und keines der Räder bewegt sich nur einen Zentimeter. Fahrtwind gibt es damit auch keinen, stattdessen erzeugen die Zuschauer:innen auf ihren Fahrrädern Strom, um den Filmprojektor, Tonanlage und Laptop mit Energie zu versorgen.

Die eigenen Räder werden dafür an die Technik geklemmt und es wird abwechselnd fleißig in die Pedale getreten. Wer eine Pause braucht, hebt seine Hand und schon kommt ein neuer Gast als Unterstützung und Ablösung. Es ist ein faszinierendes Konzept, dass uns auch zeigt, wie viel man erreichen kann, wenn man zusammenhält und Last auf mehrere Schultern verteilt. Rücken- statt Gegenwind sozusagen.

Wer sich fragt, wie diese Idee bitte zustande gekommen ist, für den zitieren wir an dieser Stelle mal einfach kurzerhand das Team um Martin, Nicolas, Susen, Fabian und Daniela, die hinter dieser besonderen Bereicherung für das lokale Kulturleben stecken. “Das war tatsächlich keine Schnapsidee, sondern eine nüchterne Entscheidung, dieses Konzept auch endlich in Chemnitz umzusetzen.”. Fahrradkino heißt: gute Filme, etwas Sport, ein anderes Gemeinschafts-Miteinandersein-Gefühl (bestes Wort), aber auch eine Neuentdeckung der eigenen Stadt und Aufklärung und Lernen rund um das Thema Strom, was in Zeiten der Energiekrise nochmal deutlich an Relevanz gewinnt.

Ursprünglich sollte das Fahrradkino nur dreimal stattfinden. Als Mikroprojekt 2018 beantragt, mit geliehener Technik und passenden Filmen wie „BMX-Bande” und „Sportsfreund Lötzsch“, sollte vor allem die Machbarkeit getestet und das sperrige Thema Energie mit Kultur und Spaß verbunden werden. Mit dem 2020 gegründeten Verein und der inzwischen eigenen Technik wurde das Mikro- zum Makroprojekt: „Es ist für uns auch eine andere Möglichkeit neue Orte zu entdecken und besser kennenzulernen, an denen man im Alltag nur vorbeiläuft oder die man nur wenig kennt, wie die Diamant Werke in Siegmar, das kleine Amphitheater im Stadtpark oder eine ausgegrabene alte Rollschuhbahn in Meißen.”

Es mangelt auch nicht an weiteren kreativen Ideen, was auch die Weltraum-Fahrraddisko vor dem Kosmonautenzentrum gezeigt hat. Und wenn dann alles durch die Decke geht, freuen wir uns schon auf die nächsten Projekte und dann ist es nicht mehr weit bis zur Druckbetankung an der Hostel-Fahrradbar.

Auch Mitmachen kann man jederzeit: Das Fahrradkino-Team sucht Nachwuchs, der Lust hat, sich zu beteiligen, zu tüfteln und zu organisieren und damit auch anderen Lust auf nachhaltige Unterhaltungskonzepte zu machen. Nebenbei lernt man auch etwas über Strom, Technik und weiß etwas mehr zu schätzen, wie viel eigene Energie es doch benötigt, um unseren Alltag am Laufen bzw. Fahren zu halten.


Kontakt und alle Infos zu Veranstaltungen findet ihr auf www. fahrradkino-chemnitz.de

Text: Judith Well | Foto: Fahrradkino Chemnitz

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