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Lust auf mediterranes Feeling? Na klar! Ein Spritz im Glas, ein paar Oliven auf dem Tisch, kleine belegte Häppchen dazu, und man denkt sich: Warum gibt’s das eigentlich nicht öfter?
Genau dieses Gefühl bringt das Txoko auf die Kaßberg, dort, wo einst das Café Kutsche war. Eröffnet hat das Restaurant im Oktober, betrieben wird es von Jessica Müller. Im Mittelpunkt stehen Pintxos, ausgesprochen ungefähr „Pinn-schooß“, kleine, kunstvoll belegte Häppchen aus dem spanischen Baskenland.
Typischerweise werden Pintxos auf einer kleinen Scheibe Weißbrot serviert und oft mit einem Zahnstocher zusammengehalten. Daher kommt auch der Name, abgeleitet vom spanischen „pincho“, also Spieß. Klingt erstmal simpel, ist aber im besten Fall genau das Gegenteil: klein, aromatisch, handlich, viel Geschmack auf wenig Fläche. Tapas-Cousine mit Architekturstudium.
Spannend ist das Txoko, weil es auch wunderbar als Aperitifbar funktioniert. Mediterrane Länder leben dieses Thema deutlich selbstverständlicher: erst etwas trinken, eine Kleinigkeit essen, ankommen, reden und später weiterziehen. Dieses Lebensgefühl wird damit auch in Chemnitz greifbar.
Apropos Aperitif: Die Auswahl an Spritz-Getränken ist groß, wechselnd und erfreulich experimentierfreudig, auch mit alkoholfreien Spirituosen. Klasse, denn alkoholfrei muss nicht nur nach Saft schmecken.
Besonders schön: Sobald man sitzt, gibt es leckere Oliven zum Snacken dazu. Eine kleine Geste, aber genau solche Details machen etwas mit einem Ort. Man bleibt länger, bestellt vielleicht noch einen Pintxo, nimmt noch einen Schluck und merkt, dass andere Genusskulturen eben eine schöne Sache sind.
Übrigens passt dazu auch die Experimentierküche auf der Zietenstraße 13 ziemlich gut. Dort war an zwei Wochenenden Thai Streetfood zu Gast. Hinter dem Projekt standen Frank und seine thailändische Frau Kae.
Das Ganze ist inzwischen vorbei, war sehr lecker und es wird definitiv, Achtung Neuigkeit, definitiv eine Wiederholung stattfinden. Nicht ganz Streetfood im klassischen Sinne, dafür sind feste Räumlichkeiten nun mal feste Räumlichkeiten, aber geschmacklich authentisch, spannend und auch mal mit in Deutschland eher unbekannten Gerichten wie Bua loi Ma-prao on, ein Kokosmilch Dessert mit Klebreiskügelchen.
Die Abende waren als gemeinsames kulinarisches Erlebnis geplant: alle Gäste starten gemeinsam, ein Abend, ein Konzept, ein kleiner Ausflug nach Thailand. Dort wird an fast jeder Ecke gekocht, gegessen, probiert und geteilt. Genau dieses Gefühl wollten Frank und Kae für kurze Zeit nach Chemnitz bringen. Das ist gelungen.
Und genau deshalb ist die Experimentierküche so spannend. Sie bietet Raum für Hobbyköch:innen oder Profis, die neue Ideen ausprobieren möchten.
Solche Formate unterstützen wir als Kanal gern bei Bewerbung und Sichtbarkeit, Chemnitz genau davon mehr vetragen kann: Menschen, die kleine Konzepte mit Charakter wagen. Vom Pintxos auf dem Kaßberg bis zum Thai-Menüs auf der Zietenstraße und der Frage, was hier kulinarisch eigentlich noch alles möglich ist.
Text und Foto:@thetasteofchemnitz