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So-ja statt So-nein

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Julia und Lisa sind mutig. Dabei springen sie weder Fallschirm, noch bezwingen sie den Mount Everest. Ihr Abenteuer beginnt mit einer Sojabohne. Text & Foto: Jenny Wittig

Wenn Lisa von ihrem Start-Up „Tofubar“ spricht, strahlen ihre Augen: „Wir haben uns eigentlich nur gefragt, was wir selbst wollen.“ Wir - das sind sie und Julia. Die beiden haben sich 2020, ohne BWL- und Gastro-Background mit einer Tofumanufaktur selbstständig gemacht – in Chemnitz, ganz schön mutig, oder? Darüber haben sie sich nie Gedanken gemacht, sie wollten nur möglichst vielen Menschen guten Tofu näherbringen.


Julia kommt eigentlich aus Plauen, Lisa aus einem Dorf in Thüringen, beide sind für die Liebe in die Stadt der Moderne gekommen. Auch sonst verbindet sie einiges. Vor allem die Liebe zu Tofu. Das war nicht immer so. Früher sortierte Julia diesen aus dem Essen und Lisa hat ihn gar nicht erst bestellt. Doch in Japan verliebte sich erstere in frischen Tofu und wollte diesen direkt mit ihrer Freundin teilen.


Doch kann man den auch selbst herstellen? Workshops dazu waren zu weit weg oder zu teuer. Die Lösung: „Das Tofubuch“ und Youtube. Das Ergebnis: Überraschend gut. Der selbst hergestellte Tofu wurde schnell zum gern gesehenen Mitbringsel bei Abendessen und die Begeisterung breitete sich auf das Umfeld aus. Der Entschluss stand fest – wir gründen! Doch das ist gar nicht so leicht im Land der Dichter, Denker und Vorschriften. Sie kämpften sich erfolgreich durch die Bürokratie und seit letztem Sommer gibt es nun offiziell die „Tofubar“. Auf ihrer Website findet man neben dem namengebenden Produkt auch einen Burger Patty und Okara-Produkte.

Nachhaltigkeit wird hier großgeschrieben. Okara, ein Nebenprodukt der Tofu-Herstellung, wird oft entsorgt. Lisa und Julia halten das für Verschwendung. Also wurde mit dem Sojabohnenschrot experimentiert und heraus kamen Okara -Schokocreme, -Bolognese, -Hummus. Die Bohnen sind aus Deutschland, da wird kein Regenwald abgeholzt. Auch bei der Verpackung haben sie weitergedacht: Lieferung im Glas oder Papier.

Unterstützung gab es Beginn an in Form von Produktideen und Vertriebstipps. So kann man nicht nur über die Website, sondern auch bei den Marktschwärmern und in Unverpacktläden die japanischen Proteinlieferanten erwerben. Im Sommer ist auch ein Imbiss an der Holzkirche auf der Ahornstraße geplant. Weiterhin suchen Sie nach einem eigenen Laden mit genug Platz für einen großen Tisch, an dem sich alle willkommen fühlen und automatisch Austausch stattfindet, während man die Tofubar-Produkte genießt - ein weiterer gemeinsamer Traum. Ansonsten wünschen sie sich weiterhin viele treue Menschen, die sie unterstützen. Denn auch wenn sie echt mutig sind, ohne diese hätten sie sich wahrscheinlich nicht ins Abenteuer gestürzt.

www.tofubar.de

Text & Foto: Jenny Wittig

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