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Während ich an der Theke saß, einen hervorragenden Espresso trank und auf mein Frühstück wartete, konnte ich Sabrina beim Einarbeiten einer Aushilfe beobachten. Wie sie einzelne Handgriffe erklärte und auf die Qualität der Getränke achtete, verriet einiges über den Anspruch hinter dem Breakspot.
Seit dem 1. September haben Sabrina Kaden, 22, und Toni Wappler, 21, die ehemalige Ponytail-Bar am Getreidemarkt in einen neuen Frühstücksspot verwandelt. Auf der Karte finden sich viele eigene Ideen – wie beim „Strammen Marx“ mit Schwarzbrot, Serrano, Pesto und Spiegelei. Besonders hängen blieb mir die Minze im Grünzeug. Kleine Sache, guter Twist.
Aber was bestellt die Betreiberin eigentlich selbst nie zum Frühstück, welches Gericht wird unterschätzt und was macht das Breakspot bewusst anders? Fünf etwas andere kulinarische Fragen an Sabrina.
Frage 1: Welches Frühstücksgericht würdest Du nie selbst bestellen?
Ganz klassisches deutsches Frühstück wäre tatsächlich nicht meins. Also dieses typische Bäckerfrühstück mit Brötchen, Aufschnitt und hartgekochtem Ei – vor allem hartgekochte Eier brauche ich morgens wirklich nicht.
Frage 2: Warum ergänzen sich vegane Komponenten und Allergien bei euch so gut?
Das kam eigentlich aus der Praxis. Wenn man ohnehin auf Milchprodukte verzichtet und gleichzeitig glutenfreie Alternativen mitdenkt, überschneiden sich viele Anforderungen automatisch. Deshalb backen wir auch entsprechend selbst. Viele unserer Sahne-, Käse- oder Frischkäsekomponenten sind zum Beispiel grundsätzlich vegan, obwohl wir das auf der Karte gar nicht immer groß dazuschreiben.
Frage 3: Was bestellen eure Gäste am meisten – und was ist eigentlich richtig gut, wird aber viel zu selten bestellt?
Ganz vorne sind bei uns Eggs Benedict, der Stramme Marx und Pumpkin Burrata. Was dagegen erstaunlich oft übersehen wird, ist unser Wafflé Benedict. Eigentlich schade, denn da kommt ziemlich viel zusammen: süß, sauer, salzig und fettig. Klingt ein bisschen nach kulinarischer Reizüberflutung, funktioniert zusammen aber genau deshalb ziemlich gut.
Frage 4: Welches Detail im Café wird wahrscheinlich kaum jemand bewusst bemerken, obwohl ihr euch darüber viele Gedanken gemacht habt?
Wahrscheinlich das Gesamtbild. Beim Interior haben wir sehr bewusst mit Holz und einem gewissen Industriestil gearbeitet. Gleichzeitig war uns wichtig, Regionalität nicht nur über die Einrichtung zu erzählen, sondern tatsächlich umzusetzen. Das zieht sich bis zu den Zutaten: Unsere Eier kommen aus der Region, genauso arbeiten wir beim Kaffee mit einer lokalen Rösterei zusammen.
Frage 5: Was habt ihr in anderen Cafés gesehen und euch gedacht: Genau das machen wir anders?
Vor allem Kuchen und Torten. Man merkt irgendwann, dass in verschiedenen Cafés teilweise dieselben Produkte aus derselben Konditorei oder sogar Tiefkühlware in der Auslage stehen. Wir wollten deshalb möglichst viel selbst machen – und zwar wirklich selbst, bis hin zum Backen. Das ist natürlich aufwendiger, aber genau diese eigene Handschrift war uns wichtig.
Text und Foto: @thetasteofchemnitz