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Große Gefühle in Songs zu packen ist das Markenzeichen der Chemnitzer Band Playfellow. Nun erscheint ihr drittes Album.
„Ephraim´s House“ ist nach „Penumbra“ und „Carnival Off“ das dritte Playfellow-Album, das schwerste, wie Sänger Toni Niemeyer betont. Nach der letzten Veröffentlichung 2010 sei man leer gewesen. Deshalb nennt er es eine „Hallo, wir sind noch da“-Platte, denn die letzten Jahre haben den Name Playfellow ein bisschen verblassen lassen. „Wir haben nach dem zweiten Album alle unser Studentenleben verlassen und mussten uns zwangsläufig auf das neue Leben konzentrieren, da hat die Band drunter gelitten“, begründet Keyboarder André Dettmann. Vor zwei Jahren haben sie sich dann gedacht, dass das so nicht weiter geht. Man traf sich in einem Häuschen in der erzgebirgischen Pampa zum gemeinsamen Musizieren. „Die Gaststätte dort hieß Ephraim´s House, da sind wir immer essen gegangen.“ erinnert sich André schwelgend. Der Albumtitel war geboren.
Die fünfköpfige Band, die es schon seit 2003 gibt, hat es geschafft, nicht nur guten Indie Post Rock zu machen, sondern damit auch ein sehr spezielles Gefühl zu vermitteln. Während des Hörens der Platte befindet man sich in jener einsamen Landschaft, in der die Grundzüge des Albums entstanden sind. Tief hängende Wolken und die Spannung eines bevorstehenden Regensturzes ziehen sich durch das Werk. Das liegt vielleicht an der Länge der Songs, immerhin hat das ganze Album nur Platz für fünf Titel, und den minutenlangen, nervenaufreibenden Hinführungen zu den ersten gesungenen Worten. Die Songentwicklung wirkt dabei überaus vielschichtig und verspielt. Tonis Gesang ist eine Art Erlösung. „Ephraim´s House“ ist ein musikalisches Gefühlschaos, geprägt von tiefer Melancholie. „Das war die Einsamkeit im Erzgebirge, deswegen auch das Cover“, meint Toni. Die Plattenvorderseite ziert ein alleinstehendes Haus inmitten eines nebeligen Feldes.
Am 13.11. erscheint die Platte als CD, Vinyl und Downloadfile bei Atomino Tonträger. „Es ist schön, das Album bei einem Chemnitzer Label rauszubringen. Den Gedanke, die lokale Musikszene zu unterstützen, tragen wir gern mit. Wir sind ja Teil davon“, erzählt André. Ab dem 18.11. geht es auf Tour durch Deutschland, am 27.11. spielen sie dann das Abschlusskonzert im Atomino. Wer nicht gedacht hat, dass man große Gefühle erkaufen kann, sollte sich „Ephraim´s House“ besorgen. Es geht nämlich doch.
Text: Nina Kummer Foto: Presse
Tipp: Playfellow in der Küche des Chemnitzer Video-Blogs „musikmagazin hedvig“: Ab 9.11. unter www.musikmagazin-hedvig.com
Erschienen im Heft 11/15